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Pädagogische Grundzüge
  

Um unserer Verantwortung für die Schulen und Erziehungseinrichtungen in der aktuellen Situation der Gemeinschaft gerecht zu werden, haben wir nach und nach alle Werke in andere Trägerschaften übergeben, in die Hände von Diözesen, Schulwerken und Stiftungen. Dabei war uns wichtig, dass

  • die Werke im Sinne des christlichen Bildungs- und Erziehungsideals fortgeführt werden,
  • sie unabhängig werden von der Zahl mitarbeitender Schwestern,
  • auf einer möglichst soliden finanziellen Grundlage stehen und
  • die MitarbeiterInnen mit dem Anliegen Maria Wards und ihrem pädagogischen Geist vertraut werden.
  
In den Pädagogischen Grundzügen wurden elementare Aussagen zu unserem Jahrhunderte überdauernden Bildungs- und Erziehungseinsatz zusammengefasst:
  
Seit 400 Jahren arbeiten wir Maria-Ward-Schwestern in pädagogischen Einrichtungen. Für Mary Ward zeigte sich gelingendes Menschsein im Streben nach einem Mehr an Leben und Liebe in innerer Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit. Ihr Lebensvorbild und unsere eigenen Glaubenserfahrungen führten uns zu folgenden Überzeugungen, die unser Handeln prägen:
 
1.   

Wir Maria-Ward-Schwestern erfahren uns als von Gott geschaffene Menschen und wissen uns gerufen, im Vertrauen auf Gott an seinem Schöpfungsplan mitzuwirken. Darum ist uns alles von Gott Geschaffene wertvoll.

Wir achten die Würde jeder Person und ermöglichen ihr, sich individuell und umfassend zu entfalten und in ihre Lebensverantwortung hinein zu wachsen.
 

2.  

Wir erfahren uns in unserer Einmaligkeit als von Gott geliebte Menschen. Daraus leiten wir unseren ureigenen Auftrag für unser Leben ab.

Wir helfen den uns anvertrauten Menschen, sich ihrer Einmaligkeit und ihres Auftrags bewusst zu werden. Wir erziehen zu wahrhaftigen, hingabefähigen Menschen, die ihre Talente in der Welt einsetzen.
 

3.  

Wir erfahren uns als Menschen in Gemeinschaft und lassen uns von unseren Mitmenschen herausfordern und bereichern.

Wir treten ein für ein friedliches und solidarisches Miteinander aller. In Konflikten pflegen wir einen respektvollen Umgang. Weil wir einander als begrenzt und schuldig erleben, üben wir Formen der Verzeihung und Versöhnung.
 

4.  

Wir erfahren uns als Menschen unterwegs und fragen in Gebet, Reflexion und Unterscheidung nach dem jeweils nächsten Schritt.

In unserer Bildungsarbeit fördern wir die kritische Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Welt. Wir leiten Menschen an, aus ihrem Wissen und Reflektieren heraus verantwortlich zu handeln.
 

5.  

Wir erfahren Gott als den, der sich aller Menschen in gleicher Weise annimmt. Deshalb schenken wir unsere Aufmerksamkeit jedem und jeder Einzelnen.

Benachteiligten Menschen wenden wir uns besonders zu. In der Nachfolge Mary Wards legen wir ausdrücklichen Wert auf die Förderung von Mädchen und Frauen, da sie noch immer in vielen Bereichen nicht gleichberechtigt sind. Wir unterstützen sie bei der Wahrung ihrer Würde, in ihrer individuellen Entwicklung und bei der Durchsetzung ihrer Rechte.
 

6.  

Wir erfahren unser Leben aus dem Glauben heraus als sinnvoll und verstehen uns als lebendige Glieder der katholischen Kirche.

Gott ist das Fundament unseres Lebens.

Wir halten die Frage nach Gott wach und ermöglichen anderen, zu einer bewussten Glaubensentscheidung zu kommen sowie ihr Leben aus dem Glauben heraus zu gestalten. In Maria-Ward-Einrichtungen werden christliche Werte vermittelt.
 

7.  

Wir erfahren uns als von Gott beschenkte Menschen, die die Gaben der Schöpfung als Lebensgrundlage brauchen.

Wir fördern den verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung. Wir setzen uns ein für Nachhaltigkeit in der Nutzung der Ressourcen und eine gerechte Verteilung der Güter.
 

Die konsequente und liebevolle Umsetzung dieser Grundhaltungen zeichnet Maria-Ward-Einrichtungen aus.
 
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