Experimente

Experimente

Die Novizinnen verbringen nicht die gesamten zwei Jahre im Noviziat, sondern brechen immer wieder in Experimente auf, wie sie Ignatius von Loyola für diese Zeit vorgesehen hat. Experimente sind ausgesuchte Arbeitseinsätze, in denen die Novizinnen für sich selbst Erfahrungen machen können und bei denen sie eigene Schwächen und Stärken erleben. Es sind fünf an der Zahl: das Pflegeexperiment, Armutsexperiment, die 30-tägigen Exerzitien, das Pastoralexperiment und das Sendungsexperiment. In diesen intensiven Zeiten lernen die Novizinnen zugleich mögliche apostolische Betätigungsfelder der Congregatio Jesu kennen. Das im Noviziat eingeübte geistliche Leben bewährt sich nun im Alltag.

Für das Pflegeexperiment arbeitet die Novizin in einem Krankenhaus oder Pflegeheim und sammelt bei einfachen Diensten Erfahrungen im Umgang mit hilfsbedürftigen, kranken oder alten Menschen. Im Armutsexperiment geht es darum, Erfahrungen mit der eigenen Armut zu machen. Wie geht es mir, wenn ich mit einer fremden Lebenskultur, mit Grenzen, Unsicherheiten, mit mangelndem Komfort konfrontiert bin? Das dritte Experiment zur Halbzeit des Noviziats sind die 30 Tage dauernden Großen Exerzitien. In der zweiten Hälfte des Noviziats macht die Novizin im Pastoralexperiment seelsorgliche Erfahrungen. Das kann in einer Gemeinde sein, in der Gefängnisseelsorge, einer Kontaktstelle für suchende Menschen und vieles mehr. Das fünfte und letzte Experiment wird dann schon mit Blick auf die künftige Sendung nach Abschluss des Noviziats ausgewählt. Jedes Experiment wird intensiv ausgewertet.

Auch in den Zeiten, in denen die Novizinnen in der Noviziatsgemeinschaft leben, widmen sie sich einer sozialen, pastoralen oder pädagogischen Tätigkeit. Ein bis zwei Mal in der Woche arbeiten sie etwa im Kinderhort, einem offenen Jugendtreff, der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen, bei der Bahnhofsmission oder der Tafel, Hausaufgabenhilfe oder Gefängnisseelsorge.  

« zurück zur Seite "Noviziat"