Herrschaftsansprüche

Herrschaftsansprüche 

Die Gemeinschaft allein dem Papst zu unterstellen, wie Mary Ward das beabsichtigt hatte, wurde von der Kirche nicht gestattet; das Institut der 81 Regeln unterstand der Jurisdiktion der Ortsbischöfe. Da es sich über verschiedene Bistümer erstreckte, waren das mehrere mit zum Teil sehr unterschiedlichen Auffassungen, wenn diese die Lebensweise der Schwestern veränderten, „würden endtlich sovill underschiedtliche Institute heraus kommen als Hochwürdige Bischoff und Häuser weren“, warnte die Augsburger Oberin Anna von Rehlingen.

1712 setzte der Londoner Bischof die Herausnahme der Gemeinschaft in Hammersmith aus dem Institutsverband durch. Die Niederlassung hörte gegen Ende des Jahrhunderts auf zu existieren. Manchmal entschied auch der weltliche Herrscher, wie zum Beispiel der Kaiser in Wien, der für die Niederlassungen in seinem Herrschaftsbereich (St. Pölten und Krems) eine Generaloberin im ausländischen Bayern nicht akzeptierte. Positiv an dieser Entwicklung war, dass Papst Benedikt XIV. die Unabhängigkeit der österreichischen Häuser unter der Oberin von St. Pölten und damit indirekt das Generaloberinnen-Amt bestätigte.

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