Mary Ward (1585-1645)

Mary Ward (1585-1645)

Mary Ward erlebte in ihrer Kindheit und Jugend in England eine Zeit schwerer Katholikenverfolgung. Gegen den Wunsch ihrer Familie verließ sie mit 21 Jahren ihre Heimat, um in einen beschaulichen Orden einzutreten.

Nach einigen Jahren des Suchens gründete sie 1610 zusammen mit fünf Gefährtinnen im damals belgischen Saint-Omer eine tätige Frauen-Gemeinschaft nach dem Vorbild des Jesuitenordens mit dem Ziel der Mädchenbildung und der Seelsorgearbeit.

Bis 1621 entstanden Niederlassungen in Lüttich, Köln und Trier. Einige Mitglieder halfen in England in der Seelsorge mit. Um die kirchliche Bestätigung für ihre Gemeinschaft zu erhalten, ging Mary Ward zu Papst Gregor XV. nach Rom.

Der Bestätigung durch den Papst standen vor allem die Klausurfrage und das Amt der Generaloberin im Wege. Um die Bedeutung der Mächenerziehung sichtbar zu machen, gründete Mary Ward Schulen in Rom, Neapel und Perugia.

Da die italienischen Niederlassungen von der Kirche verboten wurden, ging Mary Ward wieder nach Norden. Sie gründete blühende Mädchenschulen in München, Wien und Preßburg. Das rief ihre Gegner erst recht auf den Plan.

Die Aufhebung der Gemeinschaft war bereits beschlossen, während Mary Ward noch mit den kirchlichen Behörden verhandelte. Das Verfahren gegen sie führte zum Vorwurf der Häresie, zur Einkerkerung und zum Erlass einer päpstlichen Bulle.

Mary Ward gab nicht auf, sondern blieb im Rahmen des ihr vom Papst Erlaubten ihrer Sendung treu. Dieser Weg führte sie von Rom nach England, wo sie im Alter von 60 Jahren starb.