Pilgergang nach Bethlehem

Der Stern von Bethlehem kennt alle Namen                                   

Jerusalem/Bethlehem. Die Jerusalemer Niederlassung der Congregatio Jesu wusste sich am Tag der Amtseinführung der neuen Provinzoberin, Sr. Sabine Adam CJ, eng mit ihr und der ganzen Mitteleuropäischen Provinz verbunden und brachte dies auf ganz besondere Weise zum Ausdruck: Sr. Christa Huber CJ hatte die Idee, zusammen mit ihren Mitschwestern am 3. Januar nach Bethlehem zu pilgern. Sie hatte alle Namen der Schwestern der Mitteleuropäischen Provinz auf ein Blatt geschrieben, Sr. Kathy die der Rumänischen Provinz, Sr. Ana der Spanischen sowie die Namen der Generaloberin und ihres Rates. Mit diesen Papierrollen unter dem Arm beziehungsweise in der Tasche machten sich die Schwestern auf den Weg nach Bethlehem. Allein zwei Stunden brauchten sie zur Durchquerung Jerusalems.

Auf der Straße nach Bethlehem gibt es Ausgrabungen eines Oktogons, das aus byzantinischer Zeit stammt. Es heisst „Maria Rast“ und die Legende besagt, dass Maria auf der Flucht nach Ägypten hier gerastet habe. Dort setzten sich die Schwestern auf eine umgestürzte Säule und lasen laut  alle Namen der Schwestern der Mitteleuropäischen Provinz sowie die der Verstorbenen der letzten drei Jahre vor. Dann ging es weiter, vorbei an dem griechisch-orthodoxen Eliaskloster zum Check Point und zur Mauer, die Juden und Palästinenser voneinander trennt.

Der Weg durch  Bethlehem stieg an bis zum Krippenplatz mit der Geburtskirche.  Da Freitag war, hatten sich Muslime auf dem Platz versammelt und hielten ihr Freitagsgebet – ein seltsamer Anblick in unmittelbarer Nähe des grossen Christbaums mit einer grossen Krippe. Im Bericht der Schwesterngruppe heißt es: „Die Leute standen in der Geburtskirche Schlange. Wir schätzten, dass wir circa zwei Stunden anstehen müssten. Da lief uns William über den Weg, ein Palästinenser, der uns gegen ein Trinkgeld  früher schon öfter direkt vor der Grabeskirche hat parken lassen. Er führte uns gegen Trinkgeld von hinten an den Stern in der Geburtskirche. Dort lasen wir leise die Namen der anderen Schwestern und vertrauten sie alle dem Stern von Bethlehem an. Wir sprachen gemeinsam das Gebet zum Namen Jesu. Dann machte uns William noch Stempel auf unsere Papiere mit den Namen der Schwestern.“  Text und Fotos: CJ Jerusalem