Sr. Mercy Shumbamhini CJ aus Simbabwe zu Gast bei der Congregatio Jesu in Europa

Sr. Mercy Shumbamhini CJ aus Simbabwe zu Gast bei der Congregatio Jesu in Europa

Sr. Mercy Shumbamhini ist die Regionalobere der Congregatio Jesu in Simbabwe. Zurzeit ist die promovierte Theologin, die auch Soziale Arbeit studiert hat, in der Mitteleurpäischen Provinz zu Gast. Schwester Birgit Stollhoff traf Sie zu einem spannenden Gespräch.

Sr. Mercy, wie ist die Situation in Simbabwe – generell und in der CJ?

In Simbabwe leben 41 Schwestern mit Profess, bis auf zwei Schwestern (unsere ältesten Schwestern sind eine englische Schwester mit 100 Jahren und eine deutsche Schwester mit 86 Jahren) sind wir alle recht jung, unter 65 Jahren alt. Außerdem sind fünf Schwestern im Noviziat. Wir haben neun Häuser in drei der acht Diözesen Simbabwes.

Hauptproblem in Simbabwe ist die hohe Arbeitslosigkeit – sie liegt bei 95 %. Das verursacht viele ökonomische Probleme. Drogen sind auch ein großes Problem. Frauen sind dabei am verwundbarsten. Zur Zeit setzen viele Menschen sich dafür ein, dass sie mehr Rechte bekommen.

Was sind ihre Haupteinsatzgebiete? Wo arbeiten die Schwestern?

Wir arbeiten v. a. an Schulen – wir haben zwei Kindergärten und eine Grundschule mit über 1.000 Schülerinnen und Schülern, unterrichten aber auch an anderen Schulen. Daneben arbeiten wir in der Krankenpflege und Sozialen Arbeit sowie in den Pfarreien. Und natürlich in der ignatianischen Spiritualität; ich bin selber geistliche Begleiterin.

In Simbabwe gehen viele Kinder nicht zu Schule. Sie können es sich einfach nicht leisten. Viele haben noch nicht einmal regelmäßig Essen oder ein Dach über den Kopf und keine medizinische Versorgung.

Wir kümmern uns besonders um das „Children’s Home“, unser Kinderheim. Es besteht aus vier Häusern mit 72 Kindern und Jugendlichen.

Was machen Sie konkret? Können Sie ein Beispiel nennen?

Amaveni ist einer der ärmsten Orte in Simbabwe. Die Menschen dort haben nichts! Dort leben viele alte Menschen, die aus Mosambique, Malawi und Sambia nach Simbabwe gekommen sind, um zu arbeiten. Die Großeltern kümmern sich um die Waisenkinder, deren Eltern oft an AIDS gestorben sind. Es ist eine echte Herausforderung, dort zu sein! Diese Menschen können sich die Schule nicht leisten, können das Schulgeld nicht zahlen. Also zahlen wir für sie – Schule, Essen. Es muss auch erst ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Bildung und etwa der Kindergarten wichtig sind.

In Mbizo haben wir eine sehr gute Grundschule, da gehen viele Kinder hin, sie zahlen wenig. Aber sie setzen danach die Schule nicht fort. Die Grundschule kostet im Jahr ca. 250 Dollar. Es gibt leider nur sehr wenige weiterführenden Schulen und nur wenige Familien  können sich diese leisten. Gebraucht wird eine Sekundarschule, wofür wir aber das Geld nicht haben.

Was bedeutet das für die Ausbildung der Schwestern?

Die Schwestern müssen sehr gut ausgebildet sein. Der Staat ist auch sehr streng, es gibt fachliche und formale Voraussetzungen und Qualifikationen, etwa, um als Lehrerin zu arbeiten. Und viele, die bei uns eintreten, haben nur den niedrigsten Abschluss (entspricht dem deutschen Hauptschulabschluss). Viele kommen aus sehr armen Gegenden und konnten deshalb nicht den Sekundarschulabschluss erreichen. Für die jungen Schwestern gibt es die Möglichkeit, die Schulbildung nachzuholen. Derzeit sind 13 Schwestern in Aus- und Weiterbildung, zum Teil als Erstausbildung, zum Teil als Zweitstudium. Und dann gibt es so konkrete Ausbildungen wie z. B. bei Sr. Kudzanayi, die als Krankenschwester jetzt einen Kurs und Zertifikat macht, um den Krankenwagen fahren zu dürfen.

In wenigen Tagen fahren Sie zum weltweiten Treffen der Provinz- und Regionaloberinnen nach Rom. Was kann Simbabwe dort als besonderes Charisma, Know-How oder Erfahrung einbringen?

(Lacht) Unsere Fröhlichkeit  – Tanzen, Singen, unsere Unbeschwertheit. Gott ist im Hier und Jetzt zu finden!

Und was mir auffällt, wenn wir in der CJ über Moslems und Hindus reden: In Simbabwe haben wir alle Religionen und Konfessionen. Ich bin mit ihnen zusammen aufgewachsen. Die Religionen beten in Simbabwe zusammen, auch im Unglück. Das ist nicht neu für uns. Interreligiösen Dialog und interreligiöse Zusammenarbeit praktizieren wir täglich. Wir lesen, dass dies hier in Europa ein Problem ist, das ist eure Erfahrung. Unsere ist: Wir leben und lernen gegenseitig, miteinander und voneinander. Wir sind zusammen groß geworden, wir arbeiten zusammen.

 

Möchten Sie die Arbeit der Schwestern in Simbabwe unterstützen?

Mit Ihrer Spende können wir zum Beispiel die Ausbildung der Schwestern unterstützen und sie zu Lehrerinnen, Krankenschwestern oder zur Krankenwagenfahrerin weiterbilden.

Alle Spenden sind steuerlich absetzbar. Bitte geben Sie den Verwendungszweck "CJ Simbabwe" sowie Ihre vollständige Adresse an, damit wir Ihnen eine Zuwendungsbescheinigung zusenden können. Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung.  

Spendenkonto:
Congregatio Jesu, MEP
IBAN DE24 3706 0193 4001 1680 16
Pax-Bank eG 
BIC GENODED1PAX

Ansprechpartnerin:
Sr. Gonzaga Wennmacher CJ
Institutstr. 3
81241 München
Tel. 0 89 / 82 99 42-40

gonzaga.wennmacher [at] congregatiojesu.de