Von der Vereinzelung über die „Einheit der Herzen“ in die gemeinsame Zukunft

Von der Vereinzelung über die „Einheit der Herzen“ in die gemeinsame Zukunft

Bericht vom Treffen der Schwestern unter 60 Jahre

„Die Schwestern der Congregatio Jesu leben in einem starken Wandel, den sie gestalten müssen.“ So fasste der Moderator die Ausgangsituation beim Perspektivtreffen der 31 „jüngeren“ Schwestern samt Provinzrat zusammen. Die erste Antwort der Gruppe auf diesen Wandel ist ein Begriff aus den Konstitutionen, den Regeln der Congregatio Jesu, der erstmal befremdlich klingen mag: die „Einheit der Herzen“.

Dieser Begriff als Leitwort für Zukunftsfragen erklärt sich anhand der Lebenssituationen der Schwestern in der Congregatio Jesu. Viele Schwestern leben in kleinen Gemeinschaften, manche dagegen in sehr großen; die Berufe und Anforderungen sind sehr unterschiedlich: von der Mitschwester, die als Oberin Verantwortung für eine große alte Gemeinschaft trägt zu der Mitschwester, die in einer Zweiergemeinschaft Gefängnisseelsorge, Studium und Mitarbeit in Projekten des Ordens unter einen Hut bringen muss.

Bei so viel Verschiedenheit, zum Teil auch Vereinzelung, stellt sich die Frage: Was verbindet uns noch? Was ist „gemeinsam“ und was bedeutet uns „Gemeinschaft“? Auf diese Fragen gibt der Begriff der „Einheit der Herzen“ eine Perspektive: die Verbundenheit als Mitschwestern durch das gegenseitige Teilhaben am Leben der Anderen – im Gebet, in Gesprächen, Treffen und auf anderen Wegen.

Zu dieser Einheit der Herzen konnte jede Schwester im langen Austausch auch Erfahrungen berichten: Erlebnisse von Hilfe, Unterstützung, Verständnis. Durch diese „Einheit der Herzen“ sind die einzelnen Schwestern mit ihren Aufgaben eingebunden in die Gemeinschaft. Sie ist auch die Basis, um mit der Provinzleitung und mit allen Schwestern zusammen die Gemeinschaft weiterzuentwickeln.

Dass diese Einheit immer unvollständig bleibt, wurde auch deutlich. Aber durch Auseinandersetzung, Reibung, auch durch das bewusste Wahrnehmen von Schmerz und Enttäuschung kann die „Einheit der Herzen“ wachsen. Und so ist dieses Treffen für die beteiligten Schwestern vor allem eins: „Ein guter Anfang eines Weges, den wir weiter miteinander gehen müssen“ wie Sr. Ursula Dirmeier, Provinzassistentin und Oberin in Bamberg, betont.

Als nächstes Treffen ist das Kennenlernen und Zusammenwachsen mit den zehn jüngeren ungarischen Mitschwestern anvisiert, sowie weitere Treffen zur konkreten Ausgestaltung und Übersetzung dieser „Einheit der Herzen“ in den Alltag und in die Zukunft der Gemeinschaft.

Text: Sr. Birgit Stollhoff CJ, Sr. Britta Müller-Schauenburg CJ
Foto: Sr. Helena Erler CJ