Gerechte Seele

Gerechte Seele

Im Jahr 1615 hatte Mary Ward während ihrer Exerzitien die sog. „Vision von der gerechten Seele“. Sie beschrieb sie in einem Brief als richtungsweisend für die geistige Verfassung der Frauen, die sich ihrer Gemeinschaft anschließen.

Diese Verfassung bestehe in einer besonderen Freiheit von aller Anhänglichkeit an irdische Dinge, verbunden mit der Bereitschaft und der Tauglichkeit für alle zu unternehmenden Tätigkeiten. Sie lässt sich durch drei Attribute beschreiben: Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit. Die Freiheit besteht in der Fähigkeit, alles auf Gott zu beziehen. Gerechtigkeit meint das rechte Verhältnis zu Gott, in dem das äußere Erscheinungsbild und der innere Zustand des Menschen in Einklang sind. Dies ist eng verbunden mit einer Haltung der Wahrhaftigkeit; in den Worten Mary Wards: „dass wir so seien, wie wir erscheinen, und erscheinen, wie wir sind.“ Die Wahrhaftigkeit erachtete Mary Ward als eine so wesentliche Grundlage, dass die Mitglieder der Gemeinschaft sich „vor allen anderen Tugenden in diese einüben sollten“.
Foto: Cosima Kiesner CJ

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