Ignatianische Gedanken beim Bergwandern

"Zu dem Ziel, auf das hin wir geschaffen sind“

Ignatianische Gedanken beim Bergwandern

Bei einer Bergwanderung in den Dolomiten mit Gefährtin Irene Gross und Sr. Anu George CJ aus der Provinz Delhi, durften wir uns über diese wunderbaren Naturbilder freuen. Die Schönheit der Schöpfung erinnert uns an das Fundament, das Ignatius als Grundlage seiner Exerzitien bestimmt und das eine grundlegende Lebenseinstellung für den Weg mit Gott darstellt.

„Der Mensch ist geschaffen dazu hin, Gott unseren Herrn zu loben, ihm Ehrfurcht zu erweisen und zu dienen, und damit seine Seele zu retten. Die anderen Dinge auf Erden sind auf den Menschen hin geschaffen, und zwar, damit sie ihm bei der Verfolgung des Zieles helfen, auf das hin er geschaffen ist...“

Der Berg ist in der Bibel ein symbolisches Bild der Nähe Gottes. Je höher wir steigen, umso mehr erfahren wir die Stille und den Abstand vom Alltag, der uns oft einholt.

Die Menschen grüßen einander, sie strahlen die Zufriedenheit aus, die die Natur vermittelt und es ergeben sich Begegnung, die man sich nicht erwartet. Die Schöpfung hat eine Anziehungskraft, eine Ausstrahlung, die fesselt und den ganzen Menschen zur inneren Ruhe bringt. Gottes Gegenwart wird spürbar, wie eine Umarmung, die aufleben lässt und Freude schenkt. Wir brauchen diese Stunden der Erholung, damit wir wieder gefestigt sind in der unendlichen Liebe mit Gottes.

Möge uns die Zeit der Zurückgezogenheit ob auf dem Berg oder am Meer Freude und Energie schenken für den Dienst am Nächsten und zur Verherrlichung Gottes. „Einzig das sollen wir ersehen und erwählen, was uns mehr zu dem Ziel hinführt, auf
das hin wir geschaffen sind.“

 

Text: Sr. Cristina Irsara
Foto: Wanderer