Weihnachtsbriefe

Weihnachtsbriefe, die von Hoffnung zeugen

Sr. Beate Neuberth CJ ist in diesem Jahr von Mainz nach Bamberg umgezogen. Doch mit dem neuen Wohnort sind die alten Kontakte nicht abgebrochen. Davon zeugen zahllose Weihnachtsgrüße.

Acht Weihnachtsgeschichten, drei Plätzchenrezepte,  Weihnachtsschokolade und einiges mehr sandten mir in der Adventszeit Schülerinnen der Maria Ward-Schule Mainz. Das ist nicht alles: Sechs von ihnen erzählten, wie sie den Advent begehen und was er für sie bedeutet. Drei Mädchen schickten ihre Lieblingsgedichte, eine schenkte mir ihr gelungenes Licht-Aquarell und dazu die wesentliche Aussage aus dem Johannes-Evangelium: „Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt nicht länger in Dunkelheit leben muss.“ (Joh 12,46)

Die zum Teil seitenlangen Geschichten waren ausgedacht oder gehörten zu ihrem Besitz, waren ihnen wichtig und wertvoll.

Warum machen sich 20 Schülerinnen solche Mühe, ihnen nur flüchtig bekannten Schwestern zu schreiben, denn auch andere CJ-Schwestern, die in Mainz gelebt haben, bekamen Adventspost. Die Lehrerin, die das für ihre Klasse bzw. ihren Englisch-Kurs angeregt hat, schreibt: „Vergessen habe ich Sie nicht. Auch unsere Schülerinnen vermissen ihre Schwestern.“ Und eine Schülerin bemerkt: „Der Advent ist auch die Zeit der kleinen Gesten und Geschenke. Die Zeit, in der wir unseren Lieben etwas Gutes tun, an sie denken und sie verwöhnen. In Italien ist das ein pensiero, ein Gedanke. Man sagt es, wenn man jemanden eine kleine Aufmerksamkeit überreicht: „Solo un pensiero – nur was Kleines.“

Eine andere notiert zum Schrifttext aus dem Johannes – Evangelium: „Ich hoffe, dass dieser Brief Ihnen auch etwas Licht und Wärme spendet, denn das ist meiner Meinung nach das Schönste und Wichtigste in der Weihnachtszeit.“

„Nur was Kleines“, „etwas Licht und Wärme“ - das hört sich bescheiden und unspektakulär an, ist aber so wichtig für unseren Alltag, der nach Weihnachten wieder begonnen hat. Solche „kleine Gesten“ können uns zeigen, dass unsere Jugend Sinn für das Wesentliche entwickelt hat. Aus dieser wunderschönen Erfahrung, spannenden Überraschung, diesem selbstlosen Beschenkt werden sage ich: Wir brauchen keine Angst um unsere Zukunft, um unsere Jugend zu haben!