Zwischenprofess von Sr. Elisabeth Schwerdt in Bad Reichenhall

Zwischenprofess von Sr. Elisabeth Schwerdt CJ in Bad Reichenhall

Am frühen Morgen des 11. Juli 2018, am Fest des Heiligen Benedikt von Nursia, hat auch Sr. M. Elisabeth Schwerdt CJ im hauseigenen Werktagsgottesdienst ihre Zwischenprofess abgelegt. Es war ein einfacher, schlichter Gottesdienst, und doch war er anders als sonst.

In der Kommunität in Bad Reichenhall ist es üblich, dass im hauseigenen Gottesdienst, der immer Mittwochs morgens in der kleinen Hauskapelle gefeiert wird, Gäste dazukommen. Meist sind es Gäste, die in den Ferienappartments im Haus der Kommunität ihren Urlaub verbringen oder Schwestern der Kommunität besuchen. Heute waren es drei Mitschwestern aus verschiedenen Kommunitäten der CJ, die hier gerade im Urlaub sind. Auch eine Freundin der Professin, die Oblatin bei Benediktinern ist, war da. Auch das nichts Besonderes, da sie in der Nähe wohnt und immer mal wieder vorbeischaut.

Die Anwesenheit der Provinzialoberin Sr. M. Sabine Adam CJ im Werktagsgottesdienst der Kommunität kommt nicht oft vor, doch ist auch nicht ungewöhnlich, da sie aus verschiedensten Gründen immer mal wieder da ist. Der Priester aus Indien, Pater Sunny Kodiyan O.Carm., ein Karmelitenpater, der jede Woche den Werktagsgottesdienst zelebriert,  hat nicht gepredigt, wie sonst auch. Es gab auch keine besonderen Lieder, und es waren die Tageslesungen, die gewählt wurden. Und doch sagte eine Mitschwester nach dem Gottesdienst, wie feierlich der Gottesdienst heute gewesen sei. 

 

Was war es, das diesen Gottesdienst so feierlich machte? Die besondere Atmosphäre entstand dadurch, dass alle Anwesenden mit einer ganz besonderen Andacht und Intensität dabei waren: Allen war bewusst, was die Erneuerung einer Profess bedeutet. Was es heißt, die Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam im Alltag zu leben. Was es heißt, Tag für Tag sein Kreuz zu tragen, im Leben der Gemeinschaft, im Dienst an den Menschen. Was es heißt, Christus radikal im ganz normalen Alltag nachzufolgen, IHM jeden Tag mein „ Ja“ zu geben: „Ja Christus, ich nehme mein Kreuz auf mich und folge Dir nach“. Jede der Anwesenden weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, in der Einfachheit und Mühsal des Alltags „Ja“ zu sagen. Und welches Geschenk es ist und Freude, auf diesem Weg getragen zu sein von Anderen, die auch diesen Weg gehen. Und was das größte Geschenk, die größte Freude bedeutet: von IHM, dem wir die Nachfolge versprechen, immer und jeden Tag getragen zu sein.

Ein ostfriesisches Teeritual bildete den Abschluss des feierlichen Frühstücks.

 

Text: Sr. Elisabeth Schwerdt CJ
Fotos: Angelina Lichtenstern