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Mary-Ward-Exerzitien

Unsere Ordensgründerin Mary Ward zählt zu den großen Glaubensgestalten. Sie war ganz Hörende und bereit aufzubrechen, um sich senden zu lassen, wohin Gott es wollte. In Mary-Ward-Exerzitien wird dieser Weg für die Exerzitantinnen und Exerzitanten nachvollziehbar, so dass sie sich selbst in die Nachfolge Christi einüben können. Sr. Monika Glockann CJ berichtet.

Schon früh hatte sie Jesuiten als geistliche Begleiter – vorbildliche Männer, die während der Katholikenverfolgung in England im Untergrund arbeiteten und katholische Familien seelsorglich betreuten. Mary Ward machte regelmäßig ignatianische Exerzitien und reflektierte somit immer wieder ihr Leben und Gottes Wirken in ihm; daher erstaunt es nicht, dass sich auch die einzelnen ignatianischen Exerzitienphasen im Gemalten Leben finden lassen.

Das sogenannte „Gemalte Leben“ ist ein Zyklus von Bildtafeln über den inneren Weg Mary Wards. 50 der ursprünglich 54 Bilder sind bei der Congregatio Jesu in Augsburg zu sehen. Dieser Bildzyklus ist im 17. Jahrhundert, einer bilderfreundlichen Zeit, auf Anregung enger Gefährtinnen Mary Wards entstanden. Ihnen war für die Zukunft wichtig zu zeigen, wie Gott Mary Ward geführt hat, und wie sie sich von ihm führen ließ. Dies war das tiefe Vertrauensfundament, auf dem die ersten Gefährtinnen Mary Wards standen.

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Die Bilder entstanden wohl in einer Malschule irgendwo zwischen Flandern und Tirol, die Künstler verwendeten den Stil der Votivmalerei. Jedes Bild „erzählt“ ein Ereignis im Leben Mary Wards, das für ihren geistlichen Weg bedeutend war, in mehreren Szenen. Inspiriert wurden die Gefährtinnen unserer Gründerin zu dieser Veranschaulichung vermutlich unter anderem durch die Fresken Giottos über das Leben des Hl. Franziskus in Assisi, das Gemalte Leben der Francesca Romana in Torre de Specchi in Rom oder auch durch den Altar der Hl. Ursula in Köln.

In den Mary-Ward-Exerzitien wird der Lebensweg Mary Wards und der Weg, den Gott mit ihr ging, in den einzelnen Bildern des Gemalten Lebens mit Impulsen aufgezeigt und mit Worten der Hl. Schrift und Sätzen aus den Aufzeichnungen Mary Wards vertieft. Der Exerzitant/die Exerzitantin wird eingeladen zum Nachspüren: den Haltungen und Gesten Mary Wards und den Bewegungen Gottes im eigenen Inneren. Dabei kann der eigene Standpunkt überprüft werden, das persönliche Leben und Gottes Spuren darin können aufsteigen.

Mary Ward ging ihren Weg in beispielloser Konsequenz. Eindringlich wird dem Übenden bei dieser Form der Exerzitien gezeigt, was es heißt, in apostolischer Sendung zu leben, immer wieder nach dem Willen Gottes zu fragen und dann neu aufzubrechen. Manches Mal führt dieser Weg wie bei Mary Ward ins Dunkel; nur das innere Licht zeigt den nächsten Schritt.

Besonders eindrucksvoll zeigen die Bilder, welche innere Haltung erforderlich ist, um ganz frei zu werden. Hier ist dieselbe Grundhaltung zu finden, die die Exerzitien und die Konstitutionen des Ignatius durchzieht: nämlich die „Indifferenz“, das heißt die innere Freiheit von allen Anhänglichkeiten an Geschaffenes, die den „freien Zugang zu Gott“ (Gemaltes Leben Nr. 38) gleichzeitig ermöglicht und aus ihm erwächst.

Die Mary-Ward-Exerzitien können neu in das Abenteuer hineinführen, Christus ganz zu gehören und sich von IHM senden zu lassen.

Lernen Sie verschiedene Exerzitienformen kennen

Frühlingstriebe einer Buche
In den ignatianischen Exerzitien betet der/die Übende mehrere Stunden am Tag mit Hilfe von Texten der Bibel.
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Das Wesentliche wird dir geschenkt – 30 Tage mit Gott. Sr. Christa Huber CJ berichtet von der Erfahrung der so genannten "großen" ignatianischen Exerzitien.
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Unsere Ordensgründerin Mary Ward zählt zu den großen Glaubensgestalten. Sie war ganz Hörende und bereit aufzubrechen, um sich senden zu lassen, wohin Gott es wollte. In Mary-Ward-Exerzitien wird dieser Weg für die Exerzitantinnen und Exerzitanten nachvollziehbar, so dass sie sich selbst in die Nachfolge Christi einüben können. Sr. Monika Glockann CJ berichtet.
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