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Schwimmexerzitien

Schwimmen und Schweigen: Was für den ersten Blick aussieht wie ein Gegensatz, entpuppte sich für Sr. Simone Remmert CJ als eine traumhafte Kombination.

Ich schwimme sehr gerne. Das ist für mich Lebenselixier und hat mich in vielen schweren Situationen schon oft „über Wasser gehalten“, in leichten natürlich auch.

Ich schweige gerne. Auch das hält  mich über Wasser.

Ein Traum war, beides zu kombinieren. Ich kenne zwei junge Theologiestudierende, die beide auch Rettungsschwimmer sind. Die Idee von Schwimmexerzitien entstand bei Kar- und Ostertagen, die wir gemeinsam leiteten. Die jungen Leute konnten von mir lernen – zum Beispiel geistliche Impulse zu leiten. Ich hatte die Fachkräfte, die die Sicherheit beim Schwimmen gewährleisteten.

Leider konnten die beiden aus beruflichen Gründen dann am ausgewählten Termin nicht – ich begleitete den Kurs alleine.

Schwimmbad von oben
© Sr. Simone Remmert CJ

Wasserthemen gibt es in der Bibel genug. Und der Exerzitienprozess beinhaltet viele Themen, die sich durch Wasser verstärken lassen: Vertrauen einüben. Sich tragen lassen. Gegen Widerstände vorankommen. Eintauchen in etwas, das größer und weiter ist als ich. Gott ist  mit mir in den Stürmen des Lebens und reicht mir die Hand, wenn ich zu versinken drohe.

Meine Lieblingsbibelstelle beim Schwimmen: In Ihm (Gott) lebe ich, bewege ich mich und bin ich (Apg 17,28). Wo kann ich das deutlicher körperlich spüren als beim Schwimmen?

Meine verrückte Idee fand Gefallen bei den Teilnehmenden. Ich hatte ein Haus in der Eifel ausgesucht – nahe eines Waldschwimmbades – aber es war auch ein Hallenbad in der Nähe für den Fall von schlechtem Wetter.

Es gab einen Morgengebet vor dem Frühstück. Nach dem Frühstück starteten wir mit einem Impuls für den Tag zum Schwimmbad. Die Zeit bis zum Mittagessen blieben wir im Schweigen. Am Nachmittag bot ich eine Bildmeditation an und zum Tagesausklang einen Tagesrückblick. Für alle Teilnehmenden gab es eine reservierte Zeit für das Einzelgespräch, in dem die eigenen Erfahrungen ausgesprochen und vertieft werden konnten.

Eine erstaunliche Erfahrung war, dass alle Teilnehmenden berichteten, dass sie wieder Lust auf Bewegung bekommen haben und auch am Nachmittag oder Abend zusätzlich spazieren gegangen oder gejoggt sind der Gymnastik gemacht haben.

Und alle haben gestaunt, dass  es gar nicht so schwer ist, über längere Zeit zu schweigen – weil es ja innere Bewegungen gab, die wirken wollten.

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