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Eine Gemeinschaft nach dem Vorbild der Jesuiten

Ausschnitt aus dem gemalten Leben: Eine Prozession

1611

Im Herbst 1611 wurde Mary Ward im Gebet klar, dass sie die Lebensweise des Jesuitenordens wählen sollte.

Auf diese Weise konnten die Schwestern die Aufgaben angehen, die ihnen vor Augen standen: Erziehung der Mädchen und Seelsorgehilfe in England.

Mehr zur Geschichte Mary Wards

Geschichte der Congregatio Jesu

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    1609 kommt die Engländerin Mary Ward kommt mit fünf weiteren Frauen nach Saint-Omer - mit der Gründung einer Mädchenschule und einer ersten Gemeinschaft entsteht das Institut, das heute die Congregatio Jesu ist.
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    Papst Urban VIII. verbietet das „Treiben der Jesuitinnen“. Die Gemeinschaften werden aufgelöst. Das Ende? Nicht doch...
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    Mary Poyntz (Bild), einem weiteren Mitglied der ersten Stunde, gelingt die Gründung einer zweiten deutschen Niederlassung in Augsburg. Zusammen mit anderen Engländerinnen, unter ihnen auch einige Schülerinnen, bekommen sie dort als wegen ihres Glaubens Verfolgte Schutzstatus. Bis zum Ende des Jahrhunderts entstehen weitere Standorte in Burghausen und in York, 1701 eine Niederlassung in Mindelheim.
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    Auf Fürsprache einiger Bischöfe und des bayerischen Kurfürsten kann 1703 in Rom die Approbation eines „Summariums der Regeln“ erreicht werden. Nicht die Mitglieder, aber ihre Lebensweise hat nun geistlichen Rang. Die Gemeinschaft hat damit eine kirchliche Existenzberechtigung, was zu einer Reihe von Gründungen führt.
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    Die „Englische Tugendschul“ von Marcus Fridl, die erste gedruckte Biographie über Mary Ward, kommt im Gefolge eines Jurisdiktionsstreits auf den Index der verbotenen Bücher. Das „Institut St. Mariä“ darf Mary nicht mehr als Gründerin nennen. Gleichzeitig bestätigt der Papst das Generaloberinnen-Amt, das es zuvor für Gemeinschaften von Frauen nicht gab.
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    Barbara Wild aus Tittmoning (Bild) wird im Jahr 1765 vom Herrn Leib-Medicus im Beisein des Herrn Hof-Apothekers mit vielen Fragen examiniert, welche „die Edel, all Ehr- und Tugendsame Jungfrau Barbara Wildin zu seiner Zufriedenheit sehr wohl und gründlich beantwortete und sich dergestalt perfektioniert bewies, daß sie einer Apotheke ersprießlich vorstehen könne.“
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    Das 1626 von Kurfürst Maximilian I. zur Verfügung gestellte Paradeiserhaus war von den Schwestern in den Jahren 1691-1695 neu errichtet worden (Bild). Im Zuge der Säkularisation wird es 1809 beschlagnahmt und vom Königlichen Staatsministerium des Inneren bezogen. Später verwendet man es als Polizeipräsidium. (Das Gebäude lag auf dem Gelände des heutigen Marienhofs und wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört.) An anderen Orten in Bayern sollen die Gemeinschaften aussterben, die Niederlassungen werden zwangsweise zusammengelegt.
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    Die Irin Frances Ball (Bild) absolviert auf Wunsch des Erzbischofs von Dublin ein zweijähriges Noviziat im Haus der Schwestern in York und gründet 1821 mit zwei Mitnovizinnen eine Gemeinschaft, die in Rathfarnham einzieht. Sie bildet bis heute einen eigenständigen Institutszweig (Loreto-Schwestern). Von Rathfarnham aus erfolgen bald Gründungen in aller Welt: 1841 in Indien, 1844 auf Mauritius, 1845 in Gibraltar, 1847 in Toronto (daraus entsteht ein eigener nordamerikanischer Zweig, der bis 2003 selbstständig bleibt), 1851 in Manchester, 1875 in Australien, 1878 in Südafrika, 1888 in Spanien, 1921 in Kenia.
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    1852 landen vier Schwestern in Bombay und legen die 4000 km nach Bangipore-Patna im Ochsenwagen zurück. Die Anfänge sind bescheiden, denn die Schwestern können am Anfang weder Englisch noch die Sprache der Einheimischen. Das ungewohnte Klima setzt ihnen zu. 1857 müssen sie vor Aufständischen fliehen. Als sie im Jahr darauf zurückkehren, finden sie ihr Haus verstaubt, aber unberührt vor – der einheimische Nachtwächter hat es treu gehütet.Die Schule im gemieteten Haus in Allahabad hat bereits in der ersten Woche 110 Schülerinnen. 1885 wird mit der Errichtung eines eigenen Gebäudes für Pensionat und Stadtschule sowie eine mit deren Schulgeld unterhaltene Armenschule errichtet. Foto: Die Niederlassung in Allahabad
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    Die Kommunität in York erbittet 1876 in Rom die formale Approbation und erhält sie am 15. Februar 1877 durch Papst Pius IX. (Bild). Gegen Zweifel, ob diese Bestätigung für alle Institutszweige Geltung besitzt, schreibt ein englischer Jesuitenpater an die Generaloberin: „… der Papst hat das Institut bestätigt, dessen Regeln von Clemens XI. bestätigt worden sind. Ohne jeden Zweifel gehört die Ehrwürdige Mutter Generalin in Nymphenburg zu diesem Institut und kann, solange nichts Gegenteiliges vom Papst persönlich kommt, ihr Institut getrost als bestätigt ansehen.“