Denkmal für Kleinkindpädagogik-Pionierin M. Margarete Schörl enthüllt

„Spiel ist Aussage, Ausdruck, Sprache ohne Worte;

Spiel ist Weltbewältigung"

Denkmal für Kleinkindpädagogik-Pionierin M. Margarete Schörl enthüllt                    

Am 27. September 2017 wurde Mater Margarete Schörl CJ anlässlich ihres 105. Geburtstages  bei einem Festakt vor der Bundesbildungsanstalt für Sozialpädagogik und Elementarpädagogik in St. Pölten mit der Enthüllung einer Büste geehrt. Das Kunstwerk wurde von der Bildhauerin Tanja Jetzinger-Kössler geschaffen und von den Soroptimistinnen von St. Pölten finanziert.

Ins Leben gerufen wurden die „Schörl-Tage“ von der Fachstelle „Beziehung - Ehe – Familie“ der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten, besonders von Dr. Doris Kloimstein. An der Feier nahmen u.a. Bildungslandesrätin Barbara Schwarz, Bischofsvikar Dr. Gerhard Reitzinger, Vizebürgermeister Franz Gunacker, einige Schwestern der Congregatio Jesu, Vertreter des Caritasverbandes Hannover, eine Vertreterin aus Bozen und viele Interessierte teil.

M. Margarete Schörl CJ - 1912 in Wien geboren und 1991 in St. Pölten verstorben - war Schwester der Congregatio Jesu und erlebte ein typisch österreichisches Schicksal: im Ausland gefeiert, in der Heimat vergessen.  Nach der Ausbildung zur Kindergartenpädagogin leitete sie im Institutshaus in Krems einen „Versuchskindergarten zur Erziehungsreform“.  Zur Pionierin der offenen Kindergartenpädagogik wurde M. Margarete Schörl mit Konzepten wie der „nach-gehenden Führung“ oder dem „Raumteilverfahren“, wobei sie auf den Grundsätzen Menschenwürde, Solidarität, Gemeinwohl, Freiheit und Verantwortung aufbaute. Ihre Erkenntnisse prägten die deutschsprachige Kindergartenpädagogik wesentlich.

Landesrätin Mag. Barbara Schwarz verwies bei ihrer Rede auf einen Kernsatz M. M. Schörls: „Selber denken macht gescheit.“  Jedes Kind ist einzigartig und soll gestärkt werden. Bahnbrechend war bei M. Margarete Schörl auch, dass sie Kindern etwas zutraute. Sie hat die Kinder ermutigt, sich selbst ihre Welt zu bauen und hat ihnen dafür die Mittel zur Verfügung gestellt. Die Kleinen sollten in ihrem Rahmen Entscheidungen treffen  können. Man soll den Kindern Entscheidungen überlassen, wenn sie reif dafür sind. Mit dem Satz „Selber denken macht gescheit“ hat M. M. Schörl auch die Frauen gestärkt.

Am späten Nachmittag des 27. September 2017 fand nun im Maria-Ward-Haus im Lilienhof eine Gedenkmesse mit Diözesanbischof DDr. Klaus Küng statt. Der Bischof hob dabei die Wichtigkeit der Persönlichkeitsbildung jedes einzelnen Kindes hervor, wofür man diesem Werkzeuge mit auf den Weg geben muss. Das habe M. M. Schörl verstanden und in die Tat umgesetzt.

Im Anschluss an die Hl. Messe gab es ein Kamingespräch mit Zeitzeugen und Teilnehmern des Erasmus EU-Projektes und vielen Menschen, die an der Pädagogik nach M. M. Schörl interessiert sind.

Für den 28. September 2017 organisierte die Fachstelle „Beziehung – Ehe – Familie“ der  Diözese St. Pölten rund um  Dr.in Doris Kloimstein einen Workshop zu M. Margarete Schörl unter dem Motto: „Auf den kreativen Spuren von M. M. Schörl. Selber denken macht gescheit, selber malen macht ausdrucksstark.“ Referentinnen waren die Kindergartenpädagoginnen Anna Ruschka und Elfriede Lechner. Diese Schörl-Tage bildeten die Startveranstaltung des Erasmus EU-Projektes mit Partnern aus Deutschland (Katholische Erwachsenenbildung Niedersachsen in Kooperation mit dem Caritasverband Hannover) und aus Südtirol (Montessori COOP Bozen).

Wir Mitschwestern von M. M. Schörl danken allen Mitwirkenden, dass sie das Erbe eines Mitglieds der Congregatio Jesu weiter tragen.

 

Text: Sr. Johanna Pickl CJ, St. Pölten
Fotos: Privatgymnasium Maria Ward  St. Pölten