„Discerning love“

 

Weite Wege und abenteuerliche Fahrten am frühen Morgen oder in der Nacht nahmen Mitschwestern, Freund*innen und Bekannte auf sich, um dabei zu sein; aus Österreich, Deutschland, Ungarn und der Slowakei kamen die Gäste: Am 19. September 2026 legte Sr. Salome Fränzle ihre Erstprofess ab.

Die Feier fand an historischer Stätte statt: In Wien gründete Mary Ward die erste öffentliche Mädchenschule. In der benachbarten Kirche Maria am Gestade betete sie und einige der ersten Gefährtinnen legten dort ihre Gelübde ab. Nach der zweijährigen Prüfungszeit des Noviziats versprach nun auch Sr. Salome an diesem Ort Armut, Keuschheit und Gehorsam in der Congregatio Jesu für drei Jahre.

Ordensleben ist ganz einfach

Die Liebe, wie sie im Symbol des Herzens auch auf der Professkerze von Sr. Salome abgebildet ist, war die Leitschnur des Gottesdienstes. P. Dominic O´Toole CSsR, der dem Gottesdienst vorstand, führte aus, dass Ordensleben – wie Jüngerschaft überhaupt – einfach seien – „aber wir machen es oft kompliziert“. Am Ende gehe es nicht um viele und komplizierte Regeln, sondern um die Liebe: die Liebe Gottes zu uns und unsere Antwort der Liebe. Dabei sei die Liebe, die wir jeweils zu geben fähig sind, ausreichend.

Sichtlich angerührt verfolgten die Gäste anschließend, wie Sr. Salome in der Befragung ihre ganz konkrete Bereitschaft zur Liebe und zum Ordensleben erklärte und dann auch „super hostiam“, vor der Gegenwart Christi in der Eucharistie, ihre Gelübde ablegte. Nach der Unterschrift im Professbuch wurde die Professin schließlich auch mit kräftigem Applaus bedacht.

Mitgestaltet wurde der Gottesdienst von musikalisch begabten Mitschwestern und Freundinnen; das vierstimmige Halleluja klang noch lange in den Ohren nach. Auch das Engagement von Sr. Salome vor Ort in Wien, z.B. in der Junge-Erwachsenen-Arbeit der englischsprachigen Gemeinde und bei der Jesuitenmission, wurde im Gottesdienst sichtbar.

Entsprechend der Aufforderung von Provinzoberin Sr. Johanna Schulenburg CJ, die Professin weiterhin in Freundschaft zu begleiten, folgte im Anschluss an den Gottesdienst noch eine frohe Feier in den Räumen des angeschlossenen Redemptoristenklosters. Mit einer Vesper wurde ein erfüllter Tag offiziell abgeschlossen.

 

Text: Sr. Magdalena Winghofer CJ, Fotos: Sr. Helena Erler CJ