Kinderlos“ – Ein Buchprojekt mit Sr. Magdalena Winghofer

 

Wer sich für das Ordensleben entscheidet, entscheidet sich automatisch auch für ein Leben ohne eigene Kinder. Doch Kinderlosigkeit ist nicht immer freiwillig und mitunter auch mit großem Schmerz verbunden. In einem Gesprächsband hat die Pfarrerin Dr. Jutta Noetzel mit kinderlosen Frauen gesprochen und diesen sonst oft verschlossenen Gesprächsraum sichtbar gemacht.

Maxie Wander hat 1977 in ihrem berühmten Interview-Buch „Guten Morgen, du Schöne“ Gespräche mit 19 Frauen aufgezeichnet und damit einen Einblick in die intimsten Lebensbereiche von „ganz normalen“ Frauen eröffnet.

 

Fast 50 Jahre später hat Jutta Noetzel in dem Band „Kinderlos“ diesmal 19 kinderlose Frauen befragt, Raymond Jarchow hat die Frauen porträtiert. Eine der Gesprächspartnerinnen ist Sr. Magdalena Winghofer CJ, die in das Buch die Perspektive einer Ordensfrau einbringt, die sich bewusst für eine Lebensform entschieden hat, die Kinderlosigkeit einschließt. Unter der Überschrift "Ich habe mich für etwas entschieden" erzählt sie, wie sie dazu kam und was für sie der Gewinn des Ordenslebens ist.

In den Bildern und Texten öffnen diese Frauen sich einer Öffentlichkeit, die gewöhnlich im Privaten verborgen wird. Die Frauen erzählen von einem Leben ohne Kinder – entschieden, schmerzlich, zufällig, selbstbewusst. Über zwei Jahre hat die Autorin ihre Stimmen gesammelt und behutsam ediert. Der Band ist im Grenzbereich zwischen literarischem Sachbuch und Porträtsammlung verortet und schließt damit an das Genre an, das durch »Guten Morgen, du Schöne« bekannt wurde.

 Dr. Jutta Noetzel ist Pfarrerin der Evangelisch-reformierten Domkirche in Halle (Saale). Als älteste von fünf Kindern übernahm sie früh Verantwortung. Ein Leben ohne eigene Kinder war für sie undenkbar. Nicht Mutter zu werden, war jahrelang ein großer Schmerz. Die Gespräche dieses Buches gehören zu den wichtigsten, die sie in den letzten Jahren geführt hat.

Das Buch "Kinderlos" von Jutta Noetzel mit Fotos von Raymond Jarchow ist im  Verlag "Deutsche Literaturgesellschaft" erschienen und kostet 20 Euro. 

Text: Christina Waechter, Bild: Verlag