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Besondere Sorge für das Wohl der Jugend

„Ich gelobe…besondere Sorge für das Wohl der Jugend zu tragen.“ So sprechen wir Schwestern es bei unseren Ordensgelübden. Was steckt dahinter? Eine Einführung von Sr. Birgit Stollhoff CJ.

„Ich gelobe…besondere Sorge für das Wohl der Jugend zu tragen.“ So sprechen wir Schwestern es bei unseren Ordensgelübden. Neben den allgemeinen Gelübden von Armut, Keuschheit und Gehorsam gibt es diese zwei Spezifika: den Sendungsgehorsam gegenüber dem Papst und eben die besondere Sorge für die Jugend.

Warum gibt es dieses Gelübde zur Jugend?

Da lassen sich in unseren Archiven verschiedene Antworten finden. Vor allem die Mädchenbildung war eine Not, die Mary Ward schon früh erkannt hat – in ihrer Zeit und besonders in der katholischen Kirche. Mädchenbildung war und ist für unsere Ordensgemeinschaft ein großer Schwerpunkt in der Arbeit, davon zeugen nicht zuletzt die vielen Schulen mit dem Namen Mary Wards.

Interessanter scheint die Frage: Wozu gibt es dieses Gelübde?

Die Sorge für die Jugend ist ein Versprechen in die Zukunft. Wir Schwestern versprechen, dass uns die Sorgen, Fragen und Probleme der folgenden Generationen nicht egal sind, sondern ein Auftrag. Dahinter steht die Erkenntnis, dass man auch ohne eigene Kinder generativ, also wissend um die Angewiesenheit der Generationen aufeinander, leben kann.

Wozu verpflichtet uns dieses Gelübde?

Hier kann man gut die Brücke zur Geschichte schlagen: Es verpflichtet uns nicht mehr, Schulen, die inzwischen in die besten Hände nachfolgender Lehrergenerationen abgegeben sind, als Orden weiterzuführen. Hier haben wir ein Versprechen – eine Not der Zeit betreffend – eingelöst. Es verpflichtet uns aber dazu, vor Ort zu schauen, wo eine Not der Jugend ist und ob und wie wir uns hier kümmern können. So sind einige Schwestern in ganz unterschiedlichen Bereichen der Jugendarbeit tätig.

Das Gelübde  verpflichtet aber alle Schwestern, bei ihren Entscheidungen zu fragen, wie es den nachfolgenden Generationen damit geht – das betrifft dann auch Fragen des Klimaschutzes, der Nachhaltigkeit, etc. Es macht uns parteiisch, wenn es um die Not der Kinder und der Jugendlichen geht, egal wo auf der Welt.

Und damit, wenn wir den Jugendlichen so ein „Mitspracherecht“ in unserem Orden einräumen, sichern wir auch unsere Zukunft ab – weil wir uns immer wieder Infrage stellen lassen durch die Lebenswelt, die Fragen und Nöte der nächsten Generationen.


Die Mitteleuropäische Provinz der Congregatio Jesu ist  Stifterin der „Stiftung Mary Ward – Hilfe und Bildung für Kinder, Jugendliche, Familien und Menschen mit Behinderung“ in Velbert-Langenberg. Die Stiftung Mary Ward, als Rechtsträger und Nachfolger von Haus Maria Frieden Ende 2015 gegründet,  bietet ein vielseitiges Spektrum an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche und deren Familien an.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten für eine Zeit Menschen auf ihrem Lebensweg. Gemeinsam mit Kindern und Jugendliche, deren Eltern und Familien – und den professionellen Partnern, wie dem Jugendamt, Vormündern und Therapeuten - unterstützen sie die jungen Menschen in ihrer Entwicklung und stärken und sie darin, ein Leben in Eigenverantwortung und Selbstbestimmung zu führen. Dabei leitet sie der Gedanke Maria Wards „Du findest deinen Weg nur, wenn du dich auf den Weg machst.“

Der Fokus der Arbeit liegt auf dem Wohle der Kinder und Jugendlichen, die Eltern und enge Bezugspersonen sind dabei wichtige Kooperationspartner. Die gesamte Einrichtung steht mit ihren Angeboten für eine wertschätzende Haltung gegenüber den dort betreuten Menschen ihrer Einmaligkeit und ihrem individuellen Förderbedarf.

Helfen Sie Kindern und Jugendlichen!

Unterstützen Sie die Kinder- und Jugendhilfe der Stiftung Mary Ward! Wir freuen uns über Ihre Hilfe.

Aktuelles aus unserem Einsatz für Kinder und Jugendliche

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Die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs, zu der die Maria-Ward-Schulen in St. Pölten und Krems gehören, hat ein Video über Mary Ward als Visionärin und Pionierin gedreht. Sehenswert!
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In diesem Jahr feiern die Vereinten Nationen ihren 75. Geburtstag. Aus diesem Grund hat das Generalsekretariat der UN einen weltweiten Diskussionsprozess angeregt, um zu erfahren, welche Vorstellungen die Menschen von den UN haben und wie sie sich…
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Die Stiftung Mary Ward vergibt jedes Jahr sieben Plätze für ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst – eine hervorragende Möglichkeit für junge Frauen und Männer, soziale Berufe kennenzulernen und herauszufinden, ob die Arbeit…
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Für viele Menschen gibt es mittlerweile Lockerungen. Kinder und Jugendliche geraten aber noch oft aus dem Blick. Sr. Magdalena Winghofer und das Team des Bayerischen Jugendringes haben eine Stellungnahme dazu verfasst.
Einsatz für Gerechtigkeit Einsatz für Frauen und Mädchen

Der Auftrag der CJ: Unsere "Sendung"

Warum gibt es die Congregatio Jesu? Was ist ihr Auftrag und wie verstehen wir ihn heute? Erfahren Sie mehr über das, was wir unsere "Sendung" nennen - unseren Antrieb und unsere Aufgaben.