Risse im Südtiroler Paradies Meran

 

Am 28. Juni 2026 kam es in den frühen Abendstunden bei einem Unwetter in Hafling/Meran zu einem Murenabgang. „Es ging alles rasend schnell. So etwas hatte ich mir nicht vorstellen können“, berichteten Rosmarie und Anton Tomasi, nach Tagen noch geschockt vom Ausmaß der Zerstörung. Dabei hatte Frau Tomasi, die im ersten Stock vom Balkon ihrer Wohnung aus die Schlammmure beobachtete und mit dem Smartphone dokumentierte, Glück im Unglück. Trotz massiver Erschütterungen hielt das Haus dem Erdrutsch stand. Menschen wurden nicht verletzt, aber der hübsche Kater, der auf dem Bild vor dem Unglück zu sehen ist, hat leider nicht überlebt. Auto, Roller, und Garage wurden mitgerissen und vollkommen zerstört.

Nach der Evakuierung mit dem Hubschrauber über das Dach des Hauses zusammen mit dem Hund blieb die bange Frage: „Wohin jetzt? Alles unbewohnbar, Dreck und Schlamm, Geruch, Mücken, kein Strom, kein Wasser.“

Über die Helfer vor Ort und über Kolping wurde schnell klar: Die Congregatio Jesu in Obermais ganz in der Nähe mit ihrer Lokaloberin, Schwester Susanne Postler CJ, könnte helfen. Und wirklich richtete diese schnell in einer als Ferienwohnung für die Gemeinschaft genutzten Räumlichkeit im Haus nebenan ein neues Zuhause ein – für die nächste Zeit ein Dach über dem Kopf. Herr Stefan Frötscher von der Stadtgemeinde Meran, zuständig für Soziales, brachte die Geschwister Tomasi selbst in die Villa Imperial. Für sie ein großes Glück, können sie doch häufig vor Ort sein und den weiteren Gang der Arbeiten beobachten. Traurig, dass andere Menschen sich nicht scheuen, noch diese Notlage auszunützen und im Haus zu plündern. „Welche Schätze sollen wir denn haben?", fragen die Geschwister.

Das Bild zeigt Schwester Susanne bei einem Besuch vor Ort, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. „Die Hilfsbereitschaft war überwältigend“, berichten viele Betroffenen. Gleichzeitig bleibt bei allen eine nie gekannte Furcht und Ehrfurcht vor den Gewalten der Natur zurück.

Text und Fotos: CJ