Zuhören, zusammenwachsen, gemeinsam gestalten

Die Provinzoberin der Mitteleuropäischen Provinz (MEP), Schwester Sabine Adam CJ, ist von der Konferenz der Provinz- und Regionaloberinnen der CJ in Rom zurückgekehrt. Noch immer ist sie erfüllt und bereichert von den vielen Diskussionen und dem gemeinsamen Planen für die Zukunft. Lesen Sie hier ihren sehr persönlichen und inspirierenden Bericht:

"Nach drei Tagen intensiven Zuhörens in immer unterschiedlichen Gruppen sind wir ein ganzes Stück mehr zusammengewachsen. Immer wieder gab es den Auftrag, den eigenen momentanen Stand in einem kleinen Bild festzuhalten. Dabei wurde mir eines ganz deutlich: Die kraftvollsten Bilder entstanden zum Thema Veränderungen, durch die wir bisher gegangen sind. Und mir wurde bewusst: die Fähigkeit, auf die Herausforderungen der Zeit zu regieren, ist Teil unseres Gründungscharismas.“

Der intensive Austausch miteinander prägte die Oberinnenkonferenz in Rom.

„Aber es gab auch anderes zu sehen“, schildert Schwester Sabine Adam weiter: „Wir sahen auf den Bildern viel Einsamkeit: einzelne Bäume, einzelne Schiffe, einzelne Menschen. Sehen Sie sich als Teil eines Waldes oder allein? Was ist mit dem Ökosystem?

Mary Ward gab ihren Gefährtinnen mit auf den Weg, die eigene Berufung beständig, wirksam und liebevoll zu leben. In der Beständigkeit und in der Wirksamkeit sind wir gut. Aber was ist mit der dritten Eigenschaft? Schauen wir nicht manchmal zu sehr auf die Leistung? Kommt uns manchmal die Liebe abhanden?

Uns Oberinnen wurde der Blick geschärft für die Haltung, aus der heraus wir hören, sprechen, handeln, entscheiden. Dazu wurde uns von Matthieu Daum die U-Theorie von C. Otto Scharmer vorgestellt, die uns auch in der Oberinnenkonferenz der MEP schon beschäftigt hat: Tiefgreifende Veränderungen geschehen nicht, indem ich die eine Lösung durch eine andere ersetze und zur Tagesordnung übergehe. Es muss der ganze Weg mit anderen zusammen beschritten werden. 

Es geht um die Versuche zu etwas Neuem, das Scheitern, das Dranbleiben, die Ratlosigkeit, die gemeinsame Suche, das Loslassen von Altem … bis sich schließlich ein neuer Weg, eine andere Lösung auftut. „It is the WHY that give birth to new form“. Wie und was wir tun ergibt sich aus dem WARUM.

Als wir Vertreterinnen der 17 Provinzen aus Rom aufbrachen, machten wir uns mit mehr Fragen als Antworten auf dem Weg. Wir gehen nun aber auch mit einem gestärkten Bewusstsein weiter, als weltweite Congregatio Jesu zusammenzugehören und mehr als bisher zusammenwachsen zu wollen.“

Im Anschluss an die Konferenz gab es noch einen gemeinsamen Tag mit der Provinzoberinnenkonferenz der Loreto-Schwestern IBVM, die ebenfalls gerade in Rom tagten – auch dies ein bereicherndes Treffen.
Mehr über die Oberinnenkonferenz und das Treffen mit den Oberinnen der IBVM finden Sie auch auf der internationalen Homepage der CJ.

 

Fotos: Sr. Elisabeth Kampe CJ