Hilfe für Rumänien

St. Pöltner Mary Ward Schulen unterstützen Projekte in Rumänien

Die Mary Ward Schulen in Österreich sind zwar nicht mehr in der Trägerschaft der CJ. Sie fühlen sich aber den Zielen Mary Wards weiterhin eng verbunden – nicht nur, was die Erziehung der Schülerinnen und Schüler in ihrem Geiste anlangt, sondern auch durch ihre Unterstützung von Werken der CJ. Zum Beispiel in Rumänien.Seit Jahren bestehen Kontakte zwischen der St. Pöltener Mary Ward Volksschule und der Mary Ward Hauptschule und den Schwestern der CJ in Rumänien. Daraus entstand ein gemeinnütziger öffentlicher Verein URSUS@HELP, dessen derzeit 14 Mitglieder sich zum Ziel gesetzt haben, zusammen mit einem größeren Mitarbeiterkreis Hilfe zu bringen, wo es nötig ist. Seit Roswitha Grundner als Volksschul-Direktorin in Pension gegangen ist, ist sie führend bei der Koordination der Hilfsprojekte tätig. Das Foto unten zeigt Aktive des Vereins während der Fahrt im Sommer 2014.

Hilfsprojekt 2014 für Rӑdӑuţi

In Rӑdӑuţi führen Mary Ward Schwestern der Rumänischen Provinz der CJ eine Betreuungsstätte für hilfsbedürftige und in Not geratene Kinder. Seit Jahren betreuten sie tagsüber bis zu 50 Kinder in einer sehr einfachen und viel zu kleinen Holzbaracke. Nun wurde im Jahr 2014 durch den niederösterreichischen Holzindustriebetrieb Gerald Schweighofer ein neues Haus errichtet, das den heutigen Ansprüchen entspricht. Jetzt können mehr Kinder unter wesentlich besseren Bedingungen betreut werden.
Für die laufenden Kosten sind die Schwestern aber auf Sponsoren angewiesen, da die Kinder ja nichts zahlen können. Unser Verein hat auch heuer wieder durch Spenden helfen können, und die Mitglieder haben sich persönlich überzeugt, dass die gesammelten Sach- und Geldspenden in gute Hände gekommen sind und sinnvoll verwendet werden.

In der Mary Ward Volksschule wurden 2014 eine große Menge an Sachspenden (wie Kleider, Bettwäsche, Schuhe, Hygieneartikel, Elektrogeräte, Schulutensilien - unter anderem 500 Kilogramm Schulhefte gespendet von der Fa. Kliemstein Papierverarbeitungs- GmbH - und diverse weitere Bedarfsartikel) gesammelt. Im August war es so weit: 18 Vereinsmitglieder und Helfer machten sich mit zehn voll beladenen Zugfahrzeugen und ihren Anhängern auf den Weg quer durch Ungarn in den Nordosten Rumäniens. Nach zwei Tagen wurde das Ziel in Rӑdӑuţi erreicht. Die Kinder und Schwestern begrüßten den Hilfskonvoi mit Liedern, Danksagungen und rumänischen Speisen.

Am 9. September 2014 wurde dann das neue Maria Ward Zentrum „Casa Gerald Schweighofer“ eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Frau Grundner, die zu diesem erfreulichen Anlass als Vertreterin des Vereins nach Rӑdӑuţi gereist war, hatte dabei Gelegenheit, mit Jugendlichen aus dem Heim zu sprechen. Sie erzählten von der liebevollen Betreuung durch die Schwestern, von ihrer Ausbildung und ihren Berufsplänen. Die Begeisterung der Jugendlichen, die sich mit einer guten Berufsausbildung auf eine gute Zukunft freuen, war wohltuend.

Die Schwestern, denen Schule und Berufsausbildung der Kinder sehr wichtig sind, konnten uns auch heuer wieder von beachtlichen Erfolgen berichten: Im Vorjahr hatten drei ihrer Schützlinge Abschlüsse an der Universität erreicht, heuer schlossen vier ihre Ausbildung mit Matura (Abitur) ab.

Kinder beim Lernen - Dank der Spenden können sie es. Foto: CJ

Kinder beim Lernen - Dank der Spenden können sie es. Foto: CJ

 

Für die „Ursus-Mannschaft“ hatte das Ganze aber noch ein Nachspiel: Denn nachdem der August-Konvoi beladen war, hatten sie nicht schlecht gestaunt: Der Turnsaal der Volksschule Mary Ward war noch immer gut gefüllt! Der Schulanfang stand vor der Tür, und ein Zwischenlager musste so schnell wie möglich organisiert werden. Schließlich konnten die daheimgelassenen Hilfsgüter bei der Familie Kerschner in Langmannersdorf untergebracht werden, bis Mitte September noch einmal ein voll beladener Sattelschlepper (gesponsert durch die Fa. Schachinger GmbH und das Jugendrotkreuz) nach Rumänien geschickt werden konnte.

Hilfsprojekt in Iaşi

Die rumänischen Mary Ward Schwestern betreuen auch in Iaşi, einer großen Stadt ganz nahe an der Grenze zur Republik Moldawien, ein Kinderheim für derzeit 15 Mädchen, die als Straßenkinder ein schweres Schicksal hinter sich haben. Sie leben mit den Schwestern in einem Haus der Caritas, wobei auch hier neben dem leiblichen Wohl die Berufsausbildung das Wichtigste ist. Bei einem Besuch des Heimes durch Roswitha Grundner berichteten die jungen Mädchen mit leuchtenden Augen davon: von ihrem Medizinstudium, ihrem Studium der Rechtswissenschaften (Kinderrecht), ihrer Ausbildung zur Polizistin und vielem mehr.

Da die Schwestern auch hier ohne Unterstützung durch Sponsoren den Alltag nicht bestreiten könnten, wollten wir auch für dieses Heim einen Beitrag leisten. Rechtzeitig vor Weihnachten konnten wir noch einen Hilfstransport nach Iaşi schicken. Neben vielen Gebrauchsgegenständen (Kleidung, Schuhe, Schulsachen, Taschen…) wurden Sanitärartikel im Wert von 500 Euro verladen. Außerdem haben die Ursus-Mitglieder Weihnachtspackerl mit kleinen Geschenken und süßen Überraschungen mitgeschickt, sodass für jedes Mädchen ein persönlicher Gruß aus Österreich unter dem Weihnachtsbaum liegen konnte.

Pläne für 2015

Für 2015 ist wieder ein Konvoi geplant – voraussichtlich zu den Mary Ward-Schwestern in Iaşi und zu einem Projekt von Pater Sporschill in Siebenbürgen. Außerdem ist ein Transport durch eine Spedition zu den Mary Ward Schwestern in der Republik Moldawien, dem ärmsten Land in dieser Region, geplant.

Text: Roswitha Grundner/Sr. Ingeborg Kapaun CJ; Fotos: CJ und URSUS@HELP