Gerufen und Gesandt - Teil 7: Erstprofess

2007 wurde Sr. Elisabeth Pak  eingeladen, um ihr goldenes Ordensjubiläum an dem Ort zu feiern, wo ihre Ordenszugehörigkeit ihren Anfang genommen hatte: Nach München. Zu diesem Anlass verfasste sie eine Erinnerung an die Jahre ihrer Ausbildung in Nymphenburger Noviziat. Mit Hilfe ihrer ehemaligen Mit-Novizin Sr. Renata Lauber CJ brachte sie den Text im Deutschen ins Reine und las ihn den Mitschwestern bei der Feier vor.

Zum Anlasss des 70. Jahrestags ihrer Ankunft in München veröffentlichen wir dieses außergewöhnliche Zeitdokument noch einmal in mehreren Teilen.

Teil 7: Die Erstprofess

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Sr. Elisabeth am Tag ihrer Erstprofess. © Archiv der Congregatio Jesu - Mitteleuropäische Provinz, München

Erstprofess 24.08.1959

Zu unserer Erstprofess war der Eichstätter Bischof Schröffer gekommen. Es war ein feierlicher Gottesdienst und ein festlicher Tag.

Das wichtigste aber geschah im Herzen.

Nach der Erstprofess erhielt jede Schwester eine Sendung, daher wurden einige in andere Institutshäuser zum ersten apostolischen Einsatz versetzt.

Ich sollte mich für eine mögliche Sendung in Korea vorbereiten durch ein Studium an der Universität.

So zog ich in unser „Studentinnenheim Maria Ward“ in der Schellingstraße um und schrieb mich an der Uni für das Fach Psychologie ein, wo ich besonders bei den Professoren Lersch und Huth große Freude hatte.

Nebenbei hörte ich Vorlesungen in Dogmatik bei Professor Schmaus.

 Korea rückt näher

Zu meiner Freude kamen weitere koreanische Frauen, um das Institut kennenzulernen und mit dem Wunsch, es nach Korea zu tragen.

Es traten ein: M. Luca Chung, eine Ärztin, M. Christina, eine Krankenschwester, M. Annuntiata,  eine Lehrerin, M. Franziska, M. Gemma und die Studentin M. Ignatia.

Sr. Elisabeth (links) bringt Sr. Anna Koreanisch bei.
© Archiv der Congregatio Jesu - Mitteleuropäische Provinz

So wurde die Möglichkeit, in Korea eine Niederlassung zu gründen, immer realistischer, und es begannen erste Vorbereitungen.

 

 

Nach fünf Semestern – im Februar 1962 - besuchte mich eines Tages Mater Provinzialoberin M. Tarasia in der Schellingstraße und eröffnete mir ihren Plan, schon im Frühjahr 1963 mit der Gründung der ersten Niederlassung in Korea zu beginnen. Sie wollte alles noch in ihrer Amtszeit in die Wege leiten. Darum beendete ich schweren Herzens das Studium und siedelte am 22. Februar wieder nach Nymphenburg um.

 

Mit Schwester M. Reginalda Lechner war ich täglich stundenlang im Keller und half, die vielen Sachen zu sortieren, die schon für Korea bereit lagen:

Kleidung, Wäsche, Stoffe, Küchengeschirr, Geräte, Medikamente und vieles andere, das von allen Häusern gesammelt oder angefertigt worden war und zur Ausstattung des ersten Hauses beitragen sollte.

 

Die neue Aufgabe: 50 Vorträge über die Heimat Korea

Dazu kam eine neue, für mich unerwartete und auch nicht leichte Aufgabe:

Ich sollte in den verschiedenen Institutshäusern für Schwestern, Schülerinnen und Lehrkräfte sowie Freunde der Koreamission Vorträge über unser Land halten. Dazu trug ich meist unser koreanisches Festgewand. Ich musste auch – wie früher Onkel Thomas in Nymphenburg – manche Bräuche vorführen. Insgesamt hielt ich 42 Vorträge in Deutschland und 8 in Österreich.

Von links: M. Floriberta Finkeldei (Kandidatenmeisterin); M. Tarasia Konstantin (Provinzoberin); M. Elisabeth Pak, Fräulein Agnes Chung (die Sr. Luca Chung wurde, hier wohl als Kandidatin).
© Archiv der Congregatio Jesu - Mitteleuropäische Provinz

 

Inzwischen waren weitere Kandidatinnen aus Korea gekommen, deren Betreuung mir übertragen wurde. Es ist  zum großen Teil Onkel Francis zu verdanken, dass das Institut schon vor unserer Ankunft in Korea bekannt wurde. Er setzte sich von Anfang an sehr für das Institut ein und war bis zum Lebensende ein großer Förderer unserer Gemeinschaft.

Nicht alle Frauen, die mit Begeisterung nach Deutschland gekommen waren, fanden Zugang und Verständnis für unsere Lebensweise und unsere Aufgabe, so dass zwar eine größere Gruppe noch eingekleidet wurde und mit einer Ausbildung begann, aber nur wenige den Weg weitergehen konnten.

Die oben genannten Schwestern aber legten ihre ersten Gelübde ab und bereiteten sich auf die Korea-Mission vor.

Schwester M. Anna Resch und Schwester M. Virginie Kömm aus der Nymphenburger Provinz waren bereit, uns zu begleiten. Sie begannen, koreanisch zu lernen und sich auf die neue Aufgabe einzustellen.

Am 27. Juli bekamen wir aus Korea die Nachricht, dass eine ungewöhnlich lange anhaltende Regenflut von 90 Tagen es unmöglich gemacht hatte, am Neubau weiter zu arbeiten. So konnte mit der Fertigstellung des Gebäudes erst im kommenden Jahr gerechnet werden.

 

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