Mary Ward, die Gründerin der Congregatio Jesu

Der Name der Gemeinschaft veränderte sich in den vierhundert Jahren ihrer Geschichte – Matres der Societas Jesu, Englische Fräulein, Institut Mariä, Institutum Beatae Mariae Virginis, Maria-Ward-Schwestern, Congregatio Jesu – der Bezug zur Gründerin blieb.
Ihre spannende Lebensgeschichte von 1585 – 1645 finden Sie auf sieben Seiten skizziert, ergänzt durch einige Bücherhinweise.
Dazu kommen Ausschnitte aus einer Lebensgeschichte besonderer Art, aus dem „Gemalten Leben“, einer Reihe von 50 Ölgemälden im Institut der Congregatio Jesu in Augsburg (Fotos: Studio Tanner, Nesselwang; Bildrechte: Zentrum Maria Ward, Augsburg)

Mary Ward hat keine langen Abhandlungen verfasst, aber in ihren Aufzeichnungen und Briefen prägnante Formulierungen für ihr Lebenswissen gefunden.
Hier finden Sie jede Woche neu einen Satz von Mary Ward, ergänzt durch einen Impuls zum Weiterdenken.

 

Spirituelle Impulse

Sich hineinpendeln in die Gegenwart Gottes

Gedanken zu einem Gebetsvorsatz von Mary Ward

Zum 23. Januar:

Ich will immer zur halben Stunde mich erinnern und mir den armseligen Zustand bewusst machen, in dem ich mich nun ganz und gar vorfinde, so arm an Tugend und voll von aller Unvollkommenheit; und mit einem Akt der Zerknirschung will ich ernstlich die Tugend der Demut erbitten.

Immer zum Glockenschlag will ich meinen Geist zu Gott erheben, kurz darüber nachdenken, dass jede vernunftbegabte Seele nach seinem Bild geschaffen ist, und Gnade erbitten für mich und alle anderen, besonders unsere Gemeinschaft und die Gesellschaft Jesu.

Zwei Vorsätze Mary Wards – vielleicht fremd in den Formulierungen, 
aber interessant in der vorgeschlagenen Pendelbewegung jede halbe Stunde.

Manchmal fühlt man sich ja tagelang unvollkommen und fehlerhaft und wo möglich nicht einmal grundlos. Dann wieder läuft alles reibungslos und wie am Schnürchen und man ist versucht, sich alles allein selbst zuzuschreiben.

Mit dieser Übung aber könnte ins Leben hinein buchstabiert werden, was die Theologie über das Menschsein schreibt. Der Mensch sei „simul iustus et peccator“, zugleich gerecht und sündig, gerecht aber, weil von Gott mit Gnade beschenkt. Wer sich dieser Spannung bewusst bleibt, wer sich in sie hineinpendelt, mag im eigenen Menschsein wachsen und immer mehr ins Gleichgewicht kommen.

Sr. Ursula Dirmeier CJ