Von Rom nach England: 1632–1645

Von Rom nach England: 1632–1645

Vom Vorwurf der Häresie wurden Mary Ward und ihre Gefährtinnen im Mai 1632 freigesprochen. Der Papst erlaubte auch, dass die Engländerinnen gemeinsam wohnen durften. Die 23 Frauen standen auf seiner Almosenliste und erhielten Brot und Wein. Gleichzeitig blieb Mary Ward unter der Aufsicht der Glaubensbehörde und durfte die Stadt nicht verlassen.

In München erlebten die Schwestern die Besetzung durch die Schweden und den anschließenden Seuchenausbruch. Am 1. Dezember 1635 erhielten sie vom Kurfürsten die Erlaubnis, wieder Unterricht zu halten. Denn das war im Aufhebungsschreiben nicht verboten.

Ab Dezember 1636 ging es Mary Ward gesundheitlich immer schlechter. Mitte 1637 erhielt sie die Erlaubnis, zur Kur nach Spa gehen zu dürfen. Über Siena, Florenz, Bologna, Mailand, Turin ging der Weg. Über die Passhöhe des Mont Cenis musste Mary Ward getragen werden. In Paris hielt sie sich ein halbes Jahr auf, über Lüttich ging sie nach Spa, von dort auch nach Köln.

Vom Kardinalstaatssekretär erhielt sie Empfehlungsschreiben für die Queen in England, eine französische Katholikin. Über Saint-Omer kam Mary Ward im Mai 1639 nach London. Ihre Rückkunft nach Rom plante sie für das Frühjahr 1641, doch die politische Lage in England machte dies unmöglich. Die Puritaner gewannen dort im Spiel um die Macht die Oberhand. Da die Frauen in London nicht mehr sicher waren, zogen sie nach Yorkshire um. Im April 1644 mussten sie vor den herannahenden Truppen des Bürgerkriegs in der Stadt York Zuflucht suchen.

Der Gesundheitszustand Mary Wards verschlechterte sich immer weiter. Am 30. Januar 1645 (dem 20. nach dem alten julianischen Kalender) starb sie. Das letzte Wort, das sie sprach, war „Jesus“. Die Gefährtinnen in England, München und Rom trugen ihr Werk weiter, getreu dem Auftrag Mary Wards: „Gott wird euch beistehen und helfen; es kommt nicht darauf an, wer es tut, aber dass es geschieht.“

 

Auf dem anglikanischen Friedhof in Osbaldwick in der Nähe von York erhielt sie ihr Grab und die folgende Grabinschrift:

 

To love the poore persever in the same live dy and Rise with them was all the ayme of Mary Ward who Having lived 60 years and 8 days dyed the 20 of Jan 1645

 

Die Menschen in ihrer leiblichen, materiellen, geistigen, seelischen und geistlichen Not mit tatkräftiger Hilfe zu lieben und an demselben (von der Gesellschaft Jesu) festzuhalten, was sie einmal als den Willen Gottes erkannt hatte – mit den Menschen zu leben, darin unterzugehen und aufzuerstehen – war das Lebensziel von Mary Ward ...